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Vom Hardrock zum Partyhit-Wonder


Markus Rotano fühlt sich Fantastico

„Wer mich live auf der Bühne erlebt, merkt schnell, dass immer noch ein Stück Rocker in mir steckt.“

 

„Nach vielen Jahren als Musiker und einem langen Berufsleben habe ich mich bewusst entschieden, meinem Herzen zu folgen und meinen Traum weiterzuleben.“

 


Kurze Fragen, kurze Antworten:

Lederkracher oder Badehose?  Badehose.

Partyhit oder Lovesong? Party Hit.

Live oder Studio? Live

Helene Fischer oder Andrea Berg? Andrea Berg und Helene Fischer

Roland Kaiser oder Howard Carpendale? Roland Kaiser

Gitarre oder Akkordeon? Gitarre

Star Wars oder Tatort? Tatort

 

 

Von Reinhard Prahl - Foto Christian A. Esche

 

Es mutet beinahe wie eine Art Schlagermärchen an. Seit 35 Jahren steht Rock- und Schlagersänger Markus Rotano auf der Bühne, doch es hat bis zu seiner kürzlich veröffentlichten Party-Hit-Debütsingle Fantastico gedauert, um erstmals Platz 1 der Charts zu erobern – genauer gesagt der iTunes-Schlager-Charts. Was für ein Gefühl es ist, mit dem ersten Song einen solchen Traumstart hinzulegen, ob Rotano lieber auf Malle oder dem Canstatter Wasen auf der Bühne steht und wie man von einer Führungskraft in einer großen Firma zum Partykracher wird, erzählt uns der umtriebige Musiker aus Stuttgart im Interview.

 

Chart-Wunder

 

Hallo lieber Markus, deine Debütsingle Fantastico erreichte aus dem Stand Platz 1 in den iTunes-Schlager-Charts. Wie fühlt es sich an, wenn monatelange Arbeit im Studio und am Schreibtisch plötzlich auf so unerwartete Weise belohnt werden?

Es ist ein unglaubliches Gefühl und ehrlich gesagt immer noch schwer zu begreifen. Wenn man monatelang an einem Song arbeitet, viele Stunden im Studio verbringt, Texte überarbeitet und gemeinsam mit dem Team an jedem Detail feilt, hofft man natürlich auf Erfolg. Aber dass Fantastico direkt Platz 1 der iTunes-Schlager-Charts erreicht, hat meine Erwartungen übertroffen.

 

Du hast mehr als 35 Jahre Bühnenerfahrung, darunter auch eine lange Karriere als Sänger der Hardrock-Band Warchild. Wie wird man vom Rocker zum Partytier?

Viele denken, ich hätte einen kompletten Wechsel vom Hardrock zum Schlager gemacht. Tatsächlich war das gar nicht so. In meiner Jugend waren meine Freunde im Hardrock-Bereich aktiv und dadurch bin ich natürlich auch in diese Musik hineingewachsen. Gleichzeitig hatte ich aber einen anderen Freundeskreis, mit dem ich schon damals Party- und Schlagermusik gemacht habe. Musikalisch lief das bei mir also immer parallel. Ich habe beide Welten geliebt – die Energie und Kraft des Rocks genauso wie die Lebensfreude und Leichtigkeit des Partyschlagers. Heute verbinde ich beides miteinander. Wer mich live auf der Bühne erlebt, merkt schnell, dass immer noch ein Stück Rocker in mir steckt.

 

Du singst zu Firmenfeiern, Hochzeiten, aber auch auf Mallorca, Gran Canaria und sogar Thailand. Außerdem kann man dich auf großen Veranstaltungs- und Festbühnen erleben. Hast du eine bevorzugte Art von Live-Location oder ist es dir völlig egal, wo du das Publikum anheizt?

Das Schöne an meinem Beruf ist, dass jede Veranstaltung ihren ganz eigenen Reiz hat. Ob Firmenfeier, Hochzeit, Stadtfest, Mallorca oder eine große Festbühne – am Ende geht es immer darum, die Menschen mit Musik zu erreichen und ihnen eine gute Zeit zu schenken. Natürlich haben große Bühnen wie das Sonja-Merz-Zelt auf dem Cannstatter Wasen eine ganz besondere Atmosphäre. Wenn Tausende Menschen mitsingen und feiern, dann ist das ein unbeschreibliches Gefühl. Aber genauso gerne spiele ich auf privaten Veranstaltungen. Dort erlebt man die Menschen oft noch persönlicher und kann Teil besonderer Momente werden.

 

Schlager in Amerika

 

Mit einer Nordamerika-Tour im Jahr 2001 blickst du auf ein Musikererlebnis der besonderen Art zurück. Wie kam es dazu?

Die Nordamerika-Tour 2001 war ohne Frage eines der außergewöhnlichsten Erlebnisse meiner musikalischen Laufbahn. Der Kontakt entstand damals bei einem öffentlichen Auftritt des SWR in der Fruchthalle Kaiserslautern. Dort kamen wir mit Peter Jochen Degen ins Gespräch, der über viele Jahre als Moderator die Rundfunksendungen des Südwestfunks beziehungsweise des heutigen SWR4 geprägt hat. Degen hat damals auch Künstler- und Musikertourneen in die USA begleitet und moderiert. Über ihn ergab sich für uns die Möglichkeit, an einer Musikreise durch die Vereinigten Staaten teilzunehmen. Ich war damals mit der Band Party Express aus Kaiserslautern unterwegs. Es handelte sich überwiegend um eine Schlagerreise, die größtenteils gemeinsam mit dem traditionsreichen Liederkranz in den USA durchgeführt wurde. Dabei konnten wir vor deutsch-amerikanischem Publikum auftreten und erleben, wie lebendig die Begeisterung für deutsche Musik und Schlager auch fern der Heimat ist.

 

Wenn man deine Biografie liest, stößt man recht schnell auf deine langjährige Geschäftskarriere, als Führungskraft in einem großen Unternehmen. Die Entscheidung, einen sicheren Job gegen den eines Künstlers zu tauschen ist dir doch trotz des Wunsches, Berufsmusiker zu werden, sicherlich nicht leichtgefallen, oder?

Tatsächlich war das keine Entscheidung von heute auf morgen. Die Musik hat mich mein ganzes Leben begleitet, lange bevor ich eine Karriere als Führungskraft eingeschlagen habe. Seit meiner Jugend stand ich auf der Bühne, habe in verschiedenen Bands gesungen und parallel dazu meinen beruflichen Weg verfolgt. Natürlich bietet eine Karriere in einem großen Unternehmen Sicherheit und Verantwortung. Gleichzeitig war die Musik aber immer meine große Leidenschaft. Über viele Jahre habe ich beides miteinander verbunden und durfte dadurch wertvolle Erfahrungen in beiden Welten sammeln. Als sich die Möglichkeit ergab, mich stärker auf die Musik zu konzentrieren, habe ich diesen Schritt ganz bewusst gewagt. Dabei ging es nicht darum, etwas aufzugeben, sondern vielmehr darum, einen lang gehegten Traum intensiver zu leben. Die jahrzehntelange Erfahrung aus dem Berufsleben hat mir dabei sogar geholfen – Disziplin, Durchhaltevermögen und professionelles Arbeiten sind in der Musikbranche genauso wichtig wie in der Wirtschaft. Rückblickend bereue ich diesen Schritt keine Sekunde. Im Gegenteil: Heute kann ich das tun, was mich schon seit meiner Jugend begeistert – Menschen mit Musik zu unterhalten, Emotionen zu wecken und unvergessliche Momente zu schaffen.

 

Mehr als nur ein Song

 

Du blickst auf mehr als drei Jahrzehnte Bühnenerfahrung und mehrere Hundert Auftritte in Deutschland und anderen Ländern zurück. Warum erscheint mit Fantastico erst jetzt dein erster eigener Schlager-Titel?

Die Bühne war für mich immer das Wichtigste. Seit 1991 durfte ich in Deutschland und vielen anderen Ländern auftreten und dabei unzählige schöne Momente mit meinem Publikum erleben. Als ich aus dem Berufsleben ausgeschieden bin, habe ich mir viele Gedanken über meine musikalische Zukunft gemacht. Dabei wurde mir klar, dass ich zu meinen Wurzeln zurückkehren möchte – zum Partyschlager. Für mich war allerdings von Anfang an klar: Wenn ich diesen Weg gehe, dann nicht nur mit Coversongs, sondern auch mit eigenen Songs. Diese Entscheidung habe ich vor knapp drei Jahren getroffen. Danach begann die Suche nach den richtigen Partnern. Mit Produzent Fabio Gandolfo und Alex Wisner vom Tonstudio Fulda habe ich schließlich genau die Menschen gefunden, die meine musikalischen Vorstellungen perfekt umsetzen können. Fantastico ist deshalb nicht einfach nur ein neuer Song, sondern der Beginn eines musikalischen Kapitels, das lange in mir gereift ist. Umso mehr freut es mich, diesen Weg jetzt gemeinsam mit meinem Publikum zu gehen.

 

Fantastico ist nicht nur ein Partyhit, sondern auch eine Liebeserklärung an den Urlaub und das unbeschwerte Leben, das wir in den schönsten Wochen des Jahres führen. Wie wichtig ist es für dich, von Zeit zu Zeit dem Alltag zu entfliehen?

Für mich war Fantastico von Anfang an mehr als nur ein Song. Es ist die Geschichte einer Rückkehr zu meinen musikalischen Wurzeln und gleichzeitig steht es sinnbildlich für den Mut, noch einmal etwas Neues zu beginnen. Nach vielen Jahren als Musiker und einem langen Berufsleben habe ich mich bewusst entschieden, meinem Herzen zu folgen und meinen Traum weiterzuleben. Genau dieses Gefühl steckt auch in dem Song: Lebensfreude, Leichtigkeit und die Botschaft, den Moment zu genießen. Denn am Ende sind es nicht die großen Dinge, die uns glücklich machen, sondern die gemeinsamen Augenblicke mit Freunden, mit der Familie und mit den Menschen, die uns wichtig sind. Wenn ich heute sehe, wie Menschen zu Fantastico lachen, tanzen, mitsingen und für ein paar Minuten den Alltag vergessen, dann ist das für mich der größte Erfolg. Nicht die Charts und nicht die Zahlen, sondern die Freude, die Musik auslösen kann. Und genau deshalb werde ich diesen Weg weitergehen – mit Leidenschaft, mit eigenen Songs und vor allem mit Dankbarkeit gegenüber allen Menschen, die mich auf dieser Reise begleiten. Denn ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.


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